ModulnummerWP 10
TitelMultimediale Informationsverarbeitung
Multimedia Information Processing
Kürzel MIP
Koordination Prof. Dr. Hansjörg Mixdorff
Leistungspunkte 6 LP
Workload 4 SWS Ü
Lerngebiet Fachspezifische Vertiefung
Lernziele/Kompetenzen

Vertiefte Kenntnisse der multimedialen Informationsverarbeitung. Dabei werden einerseits wichtige Prinzipien der menschlichen Wahrnehmung, der neuronalen Verarbeitung und des Lernens auf der Höhe des aktuellen Forschungsstands erworben, andererseits soll eine Erarbeitung und Durchdringung dieses Wissensgebiets in Hinblick auf dessen Relevanz für die Medieninformatik erfolgen. Dabei soll ein Verständnis dafür ausgebildet werden, dass multimediale Datenströme und deren Verarbeitung stets auf die Wahrnehmung des Menschen ausgerichtet sind, bzw. großenteils Wahrnehmungsprozesse imitieren und simulieren. Wichtige Beispiele sind hier User Interfaces, Audio-und Video-Codecs, sowie Bild- und Sprachverarbeitung. Das Lehrkonzept ist daher darauf ausgerichtet, zu den Vorgängen in der menschlichen Informationsverarbeitung stets die technologischen Auswirkungen und Anwendungen zu verdeutlichen. In Bezug auf die menschliche Informationsverarbeitung ist dabei die Aneignung wichtiger Prinzipien psycho-physischer Versuchsmethoden und Messverfahren erforderlich, da nur diese die Qualität technischer Verfahren abschätzen lassen. Praktische Erfahrung der Bedeutung der menschlichen Wahrnehmung für akustische, visuelle und taktile Nutzerschnittstellen und eine Erarbeitung von deren wichtigsten technischen Prinzipien werden angestrebt. In den Übungen entwickeln die Studierenden eigene Wahrnehmungsexperimente, führen diese innerhalb der Veranstaltung durch und werten die Ergebnisse wissenschaftlich aus. Alternativ bearbeiten sie Projekte im Spannungsfeld zwischen Wahrnehmung und Technik.

Voraussetzungen
Niveaustufe 2. Studienplansemester
Lehrform

Übung, teilweise im seminaristischen Unterrichtsstil

Status Wahlpflichtmodul
Häufigkeit des Angebots jedes Semester
Prüfungsform

Die Prüfungsform wird nach §19 (2) RSPO durch die Lehrkraft festgelegt. Sofern die Lehrkraft die Prüfungsform und die Prüfungsmodalitäten nicht am Semesteranfang in der Frist nach §19 (2) RSPO festlegt, gilt folgende Prüfungsform:

  • Klausur (75%)
  • Schriftliche Übungsaufgaben (30%, nur 1. Prüfungszeitraum)
Ermittlung der Modulnote siehe Studienplan
Anerkannte Module Module vergleichbaren Inhalts
Inhalte
  • Einführung: Wahrnehmung als Prozess, psycho-physischer und physiologischer Forschungsansatz/Grundlagen Signale und Systeme, digitale Multimediaformate
  • Visuelle Wahrnehmung, Verarbeitung im Gehirn, Prozess der Speicherung der wahrgenommenen Reize und Informationen – Wissensbildung/Repräsentation von Bildinformationen, Farbmodelle, JPEG
  • Wahrnehmung als subjektiv-konstruktiver Prozess: Einfluss des Vorwissens auf die Wahrnehmung
  • Wahrnehmung von Objekten, Wahrnehmung von Farbe, Tiefe, Größe, und Bewegung/maschinelle Objektwahrnehmung, MPEG, Metadaten zur Beschreibung von Multimediadokumenten (MPEG7)
  • Wahrnehmung und Handeln/Navigation - Auditive Wahrnehmung: Lokalisierung, Klangqualität und auditive Szenen, Sprachwahrnehmung/Grundlagen technischer Audioverarbeitung, z.B. Surround, Spracherkennung, mp3
  • Kutane Wahrnehmung: Rezeptoren, taktile Erkennung von Objekten, Schmerzwahrnehmung/taktile Interfaces, Sensorik, Touch-Screens, Gestik- und Körperbewegungs-Rezeptoren
  • Olfaktorische Wahrnehmung: Geruchssinn, Geschmackswahrnehmung/technische Anwendungen (z.B. Geruchs- und Geschmackssynthese)
  • Grundsätzliche Funktion von ausgewählten Interface-Technologien: Audio-Spotlight, Berührungs-Simulatoren, MotionCapturing, Eye-Tracking
Literatur

E. Bruce Goldstein, Sensation and Perception, Wadsworth/Thomson Learning.

Li, Ze-Nian, Drew, Mark S., Liu, Jiangchuan, Fundamentals of Multimedia, Springer.

Weitere Hinweise Das Modul kann auf Deutsch oder auf Englisch angeboten werden. Bitte beachten Sie die aktuellen Informationen aus dem zuständigen Fachbereich.